01.08.08
Posted in Besonderes, Kärnten entdecken, Orte mit einer Story, Wandern
at 14:27

Huch! Wenn das der Landeshauptmann von Kärnten liest…. Die Türkei liegt nämlich – mitten in Kärnten! Genauer: In einem kleinen Seitental ganz in der Nähe des Faaker Sees. Drinnen im türkischen Valley erwarten den hoffnungsvollen Kosmopoliten allerdings keine Döner-Buden und Moscheen, sondern gezählte elf Einfamilienhäuser, das Plätschern eines kleinen Baches, Blumenwiesen und Grillenzirpen und – am Ende der asphaltierten Taleinfahrt – der “Türkenbrunnen” als Labestation für alle, die von hier den Waldpfad in Richtung Faaker See nehmen. Die Kärntner Türkei ist sozusagen eine Oase der Ruhe und schön zu durchwandern.

Zu dem eigenwilligen Talnamen kams (in der Kurzfassung) so: Bei ihrem dritten Einfall in Kärnten schlugen die Türken ihr Lager in diesem Tal auf. Wundert nicht weiters: Schöne flache Wiesen, beiderseits gut geschützt durch bewaldete Bergwälle, ganz nahe am strategisch günstig gelegenen Villach. Das hat sich seinerzeit quasi aufgedrängt als Basislager.

Uns hat sich etwas anderes aufgedrängt: Dieser formvollendete Parasol gleich neben der Straße, der schließlich in Butter herausgebraten und leicht gepfeffert und gesalzen zwischen zwei Semmelhälften sein Ende fand. Eine Art Kärntner Döner, wenn man so will…
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16.06.08
Posted in Augen weiden, Besonderes, Essen & Trinken, Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 12:44
Vorweg gesagt: Die Geliebte eines mächtigen Mannes zu sein ist an sich ja nix Heroisches. Aber es erweckt Interesse – noch heute leben schließlich ganze Luder-Generationen gut von ihren G’spusis in besseren Kreisen.
Nun, wie wir wissen, war Katharina Schratt zwar nicht die Angetraute, wohl aber “Kaiserin des Herzens” Franz Josephs. Oder so. Und obwohl die Dame Wienerin war, hinterließ sie Spuren in Kärnten.

Da wäre erst mal die “Villa Helene” in Velden am Wörthersee. Die jetzige Besitzerin erzählte uns (für ein Interview im Alpe-Adria-Magazin, übrigens sehr lesenwert auch für Kärnten-Fans!), dass der Jugendstil-Bau vom Kaiser höchstselbst in Auftrag gegeben wurde: Für seine Katharina Schratt, die hier so etwas wie ein “Klein-Schönbrunn” haben sollte. Mit bescheidenen 40.000 Quadratmeter Grund, für Parkanlagen uns sonstige Spaßivitäten. Davon können Wohnsitz-Suchende am beinah vollverbauten Wörthersee heute allerdings nur träumen…

Zum anderen am “Schrattenfeld” am Längsee. Eine Sammlung von fünf kleinen Höfen, die Ende des 19. Jahrhunderts vom Bruder der Schratt gekauft wurde. Noch heute betreiben die Nachkommen hier, am sonnigen Nordufer des Sees, mehrere Gastro- und Hotelbetriebe, die für gutbürgerliche Küche und herrliche Aussicht bekannt sind. Die Schratt selbst dürfte hier wohl auch hie und da aufgetaucht sein, schließlich hatte sie ein Taufkind am Schrattenfeld.
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16.05.08
Posted in Familientipp, Freizeit, Orte mit einer Story, Wandern
at 18:42
Das Dörflein Bad Bleiberg in der Nähe von Villach gelegen hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Nach dem 1. Weltkrieg etwa, als der Blei- und Zinkbergbau hier seinen Höhepunkt erreichte. Seit dem zu Beginn der 1990er Jahre der Bergbau endgültig eingestellt wurde, konzentriert man sich mit dem Heilklimastollen auf die Gesundung bronchial angeschlagener Menschen. An die bewegten Bergbauzeiten erinnert nur noch das Schaubergewerk Terra Mystica, das eine weithin bekannte Kärntner Schlechtwetterdestination darstellt und bei eben solchen auch dementsprechend stark besucht wird.

Wer dem beschwerlichen Leben der Knappen aber nicht unter Tage sondern am hellen Tageslicht nachspüren will, der lässt das Schaubergewerk rechts liegen und fährt die Straße in Richtung weiter bis er am Gasthaus Wirnsberger, es liegt neben dem Eingang zur Perscha-Keusche, vorbeikommt.


Von hier ausgehend kann man den Weg der Knappen gehen (Dank für den Hinweis an Jürgen!), der von einem, „Mundloch“ genannten Stolleneingang bis zum nächsten führt. Der Weg führt durch den kleinen Ort an alten Häusern vorbei durch den Wald und ist insbesondere an wärmeren Tagen eine Alternative für Groß und Klein. Je nach Lust und Laune kann man den ganzen Stollenwanderweg unter die Beine nehmen oder nur ausgewählte Teile davon. An den Bäumen angebrachte Markierungen (schwarzes Bergewerkszeichen auf gelbem Grund) führen einen zurück zum Ausgangspunkt. Den Kärntenbloggern jedenfalls hat es gefallen: Mal was anderes und an der frischen Luft auch noch. An den meist abgesperrten Stolleneingängen bleibt man dann stehen und wenn man still ist, kann man sich gut vorstellen, wie hier vor wenigen Jahren noch geschuftet wurde.
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14.11.07
Posted in Besonderes, Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 14:43
Sobald sich die Frage nach dem Heiraten, dem ultimativen Bund des Lebens stellt, ist guter Rat teuer. Passt man wirklich zusammen, will und soll man den Bund fürs Leben wirklich schließen, ja oder nein?! In Kärnten, genauer gesagt in der Nähe von St. Veit an der Glan gibt es aber eine gute Möglichkeit, abzuklären, ob es sich lohnt zu heiraten oder ob man es doch lieber bei einer nicht-eingeschriebenen Verbindung belässt. Diese Fragen abzuklären, bevor die Hochzeitsglocken läuten, das Hochzeitskleid angeschafft und die Hochzeitsgesellschaft eingeladen ist, lohnt mehrfach.

In der Nähe von St. Veit (Anfahrtsskizze) gibt es mitten im Wald einen besonderen Felsen. Heiratswillige oder Menschen die sich mit der Frage “Heiraten ja oder nein” auseinandersetzen, können hier, so heißt es, ganz einfach abklären ob sie es tun sollen oder nicht. Der Fels nämlich hat eine kleine Höhle. Und die gibt rasch Antwort. Man nehme einen Stein und versuche diesen in die Höhle zu werfen. Gelingt dies, so kann man sich getrost vor den Traualtar bewegen. Gelingt dies auch nach mehreren Versuchen nicht, sollte man sich das ganze Unterfangen noch mals gründlich durch den Kopf gegen lassen. Scheidungen gibt es bekanntlich schon genug. Hätte alles nicht sein müssen, hätten die glücklich Geschiedenen nur vorher am Heirats-Felsen vorbeigeschaut. Wie beliegt der Heiratsfelsen auch heute immer noch ist, davon zeugen die vielen vielen Steine die entweder in der Aushöhlung oder aber am Boden vor der Felswand liegen…

Anfahrt: Von St. Veit Richtung über Treffelsdorf nach Grasdorf. Durch Grasdorf durch und dann der Asphaltstraße weiter folgend bis nach ca 500 Metern links ein gelbes Schild mit der Aufschrift “Brennstoffe und Dienstleistungen” kommt. Hier das Auto abstellen und dem Forstweg zu Fuß ca 250 Meter entlang gehen bis die Felswand auf der rechten Seite auftaucht.
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06.10.07
Posted in Filmschauplätze, Freizeit, Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 12:32
Die Landschaft Kärntens ist schön – und eitel! Sie sonnt sich immer wieder gerne mal im Scheinwerferlicht. Die Wörthersee-Filmchen gabs schon unter Hans Moser, selbst Roy Black haben sie überdauert. Zu dieser Leicht-Seicht-Kategorie aber ein ander mal mehr. Weil: Auch das große Kino hat sich dann und wann ins Kärntnerland verirrt, jawoll! Hier der Versuch einer kurzen, sicherlich unvollständigen Zusammenfassung:

Wikimedia Commons
“Wie ein Licht in dunkler Nacht”. Einige Szenen der romantischen US-Agentenstory vorm Hintergrund der Nazi-Zeit wurden mit Michael Douglas an der Rosentalbahn gedreht. War damals (1992) wohl die Kärnten-Premiere für den Hollywoodstar. Eine Connection ist aber geblieben: Angeblich lassen er und seine Frau Catherine Zeta-Jones sich noch heute den Saiblingskaviar vom Fischrestaurant Sicher in Tainach über den Atlantik schicken…

“James Bond: Der Hauch des Todes”. 1987 bretterte Bond-Darsteller Timothy Dalton (ich glaub mit dem Ski-Doo) bei einer Verfolgungsjagd die Hänge hinab bis auf die Eisdecke des Weißensees. Sehr actionreich und ohne Rücksicht auf Verluste, ein paar Badehütten fallen der Aktion zum Opfer.
“Der gelbe Rolls Royce” verhalf 1964 Omar Sharif, Ingrid Bergman und Alain Delon zu einem Gastauftritt in Kärnten. Schwer, dazu genaue Infos zu finden. Wer von unseren geneigten Lesern weiß was über die genauen Drehorte?
Und: “Star Wars II”! Angeeeeeblich, das sagte uns jedenfalls ein altgedienter Wörtherseefilm-Kenner, soll der See darin als digitale Filmkulisse Eingang gefunden haben. Warum auch nicht? Werden wir demnächst mal überprüfen!
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09.08.07
Posted in Familientipp, Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 14:55


Wenn manche Orte erzählen könnten, uns allen würd die bloße Angst im Nacken sitzen. Der Wolschart-Wald nahe St. Veit ist so ein Ort. Im 18. Jahrhundert gings hier denkbar ungemütlich zu. Der dichte Nadelwald mitten im relativ flachen Krappfeld war das bevorzugte Rückzugsgebiet von allerlei Gesocks, das als die “Wolschart-Räuber” in die Geschichts- und Sagenbücher Eingang fand. Raubüberfälle auf Reisende und benachbarte Bauernhöfe waren noch das kleinste Übel. Angeblich steckten einige der hohen Herrschaften von St. Veit damals mit den Räubern unter einer Decke. Wer sie dann doch verriet, bekam ihren ganzen Zorn zu spüren. Ein Wirt wurde der Sage nach mit den Beinen an einem Baum gehängt, unter ihm ein Feuer entzunden. Zimperlich waren sie also sicher nicht.
Doch wo viel Schatten, da auch viel Licht (…oder so…) Jedenfalls steht mitten im Wald auch eine Wallfahrtskirche - gleich neben einer ganz alten Waldkapelle. Die Kirche liegt direkt am Hemma-Pilgerweg und das Gasthaus gleich daneben stellt die Verpflegung von ausgepowerten Wallfahrern sicher.
P.S.: Im Zusammenhang mit den Wolschart-Räubern wird auch immer der Kärntner “Robin Hood” (okay, jetzt gibt’s wieder einen, der sich dafür hält….) Simon Kramer genannt, der sich allerdings auch eher durch grausame Verbrechen als durch Mildtätigkeit einen Namen gemacht hatte. Auch er hauste im Wolschartwald. Vor Jahren gab’s mal die Überlegung, den Stoff zu verfilmen, sogar Brad Pitt war für die Hauptrolle im Gespräch. Keine Ahnung, wo das Drehbuch jetzt vergraben liegt…. Vielleicht im Wolschart-Wald…?
Hier der Anfahrtsplan ( ab St. Veit) – ab dem Endpunkt ist “Maria Wolschart” angeschrieben.
Siehe auch den Beitrag “Unter Räubern”
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31.07.07
Posted in Augen weiden, Kraftorte, Orte mit einer Story
at 11:00

Gestresst? Griesgrämig? Ausgelaugt? Dann nix wie rauf auf den Mirnock, am Ost-Ende des Millstätter Sees. Hier – genauer: in Gschriet – liegen die mystischen “Orte der Kraft”. Im Prinzip nichts weiter als ein paar Bankerln entlang eines Wiesenweges, der allerdings einen atemberaubenden Blick auf den Millstätter See und die umliegende Bergwelt eröffnet.
Das mit den Kraftorten ist wohl eine Glaubensfrage und daher ohne Gewähr. Vor Jahren hat ein deutscher Geomantie-Experte dem Platzerl jedenfalls eine hohe positive Schwingung bescheinigt, die sich harmonisch auf Körper und Geist auswirken und neue Energie spenden soll. Ausführliche Erklärungen zu der jeweiligen Wirkweise finden sich an jedem einzelnen der drei Kraftorte. Die tibetanischen Mönche, die zuletzt in Kärnten zu Besuch waren und hier im Morgengrauen meditierten, waren auf alle Fälle total begeistert. Und die müsstens ja eigentlich wissen…
Landkarte bzw. Anfahrtsplan hier!
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22.07.07
Posted in Abchillen, Orte mit einer Story
at 22:27

Im Cafe Lerch ging es in den 1950er Jahren hoch her. Zum Beispiel zu Silvester 1953/54, als ein blutjunger Pianist dort aufspielte. Er wurde später unter dem Namen Udo Jürgens bekannt. Oder nicht zuletzt auch deshalb, weil es dort einen Kellner gab, der Otto Retzer hieß. Das alles spielte sich in der Wienergasse in Klagenfurt ab. Die Gasse verbindet den Alten Platz mit dem Heuplatz. Tausende Menschen strömen heute täglich durch die Wienergasse (in Richtung des neuen Mega-Kaufhauses). Nur die Wenigsten jedoch wissen, welch Geschichte die Häuser der Wienergasse atmen, wie eben beispielsweise jenes, in dem heute das Hähnchen-Restaurant Wienerwald Hühnerhaxen verkauft. Dort, eben dort, haute Udo Jürgens in die Tasten. An die lange Tradition des – mittlerweile geschlossenen – Cafe Lerch schließt heute die Vinothek Lerch an. Sie liegt etwas versteckt (Google-Map) in einem äußerst sehenswerten Innenhof der Wienergasse (Adresse: Wienergasse Nr. 10). Die Vinothek ist einmal ein Ort der Ruhe und wenn man vom Innenhof in den rechts davon liegenden zweiten Innenhof findet, dann hat man eigentlich schon gewonnen (Im Sommer ist es dort herrlich schattig und kühl). Das reichhaltige Weinangebot und die italienische Jause stellen zusätzliche Gründe dar, sich die Vinothek Lerch näher anzusehen. Am Vormittag tut es aber ein Espresso natürlich auch. Sollen die anderen doch ins Shopping Center rennen und sich dort abhetzen. Der Kenner labt sich derweil in der Vinothek Lerch.
Tip1: Fans von Udo Jürgens nehmen sich dorthin am besten einen MP3-Player mit und beamen sich in der Vinothek sitzend in die 50er Jahre zurück.
Tip2: All das, was sich um das berühmte Cafe Lerch der 50er Jahre und andere Innenstadtlokale erzählen lässt, findet man in einem lesenswerten Buch namens “Klagenfurter Melange” von Walter Rubenthaler. Erhältlich hier.
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30.06.07
Posted in Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 18:43

Die Burg Hochosterwitz in der Nähe von Launsdorf ist schon impossant und ein Besuch sollte wirklich in keinem Kärntenurlaub fehlen. Und dem entsprechend wälzen sich im Sommer tausende Besucher durch diese Attraktion in der Nähe von St. Veit an der Glan, weil ein Kärntenurlaub ohne Besuch der Burg ja quasi kein Kärntenurlaub war. Ein Insidertip ist die Burg also eher nicht. So weit so gut.
Die meisten Besucher der Burg wissen aber gar nicht, was es unweit dieser Touristenattraktion noch zu sehen und zu entdecken gibt. Am Wegesrand quasi. Man kommt im PKW direkt daran vorbei, fährt jedoch weiter und lässt St. Donat einfach links liegen. Doch das hat sich der kleine Ort gar nicht verdient!

In die Kirche von St. Donat sind wie auch dem nahe gelegenen Prunnerkreuz zahlreiche vorkeltische Skulpturen und Inschriftentafeln aus der Römerzeit eingemauert worden. Darunter ist auch das Bildnis einer überbroßen sitzenden Frau, die als Riesin von St. Donat in den Geschichtsbüchern steht. Neben dieser Figur, sie ist kopflos und kommt einem dadurch ziemlich gespenstisch vor, gibt es weitere in die Kirchenmauer eingelassene Skulpturen, so etwa das aus der Steinzeit stammende Froschmaul, angeblich die älteste Kopfskulptur Europas.
Und wen nach der Besichtugung der Kirche der kleine oder große Hunger plangt, der ist im direkt nebenan gelegenen Gasthof Prettner gut aufgehoben (unbedingt die Käsnudeln probieren!). Tip: Das Gasthaus wird gerade umgebaut und ist ab 1. August 2007 wieder geöffnet. Also: der Auskenner rast nicht wie alle anderen zur Burg Hochosterwitz, sondern macht am Weg dorthin so manch interessante Entdeckung!
St. Donat und die Burg Hochosterwitz auf der Google-Map
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28.06.07
Posted in Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 14:34
Weil gerade Bachmannpreis-Zeit ist in Klagenfurt: In-Sich-Gehen, die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und zugleich der wehmütige Blick zurück in die eigene Kindheit – all das schwingt mit in Ingeborg Bachmanns Erzählung “Drei Wege zum See”. Auch wenn nicht wörtlich genannt, spielt die Handlung rund um die Protagonistin Elisabeth Matrei in der Heimatstadt Bachmanns – in Klagenfurt. Hier, am Naherholungsgebiet Kreuzbergl, ließ sich wohl die Autorin selbst oft treiben und irrleiten im Labyrinth aus kleinen Waldwegen, gut geschützt vor Sonne und Wind durch große, alte Buchen.

Hier kann man auf Bachmanns Spuren wandeln, vielleicht mit dem Erzählband “Simultan” (der auch die “Drei Wege zum See” enthält) im Gepäck und sich zwischendurch in die gedankliche und niedergeschriebene Welt der genialen Kärntner Literatin entführen lassen. Je nach Fitness, Zeitbudget und Laune geht’s hinaus bis zum Wörthersee, oder man macht kehrt auf einem der vielen Wege, die wieder zurück in die Stadt führen.
Der Ausgangspunkt des Bachmannweges am Kreuzbergl befindet sich nur ein paar von der Kreuzberglkirche entfernt. Hier die Übersichtskarte mit Startpunkt am Botanischen Garten (wo sich auch ein Parkplatz befindet).
Wer sich auch für Wohnhaus oder Grabstätte der Bachmann interessiert, sollte sich die Gratis-Infobroschüre “Literaturwandern” besorgen. Erhältlich beim Klagenfurter Tourismusbüro, das derzeit wegen Umbauarbeiten des Büros in einer Hütte am Neuen Platz zu finden ist.
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19.06.07
Posted in Kraftorte, Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 10:02
Auf der Saualpe in Kärnten gibt es einen Brunnen, dessen Wasser heilende und verjüngende Wirkung nachgesagt wird. Es ist nicht ganz einfach ihn zu finden (siehe unten!), dennoch ist der “Laren Sack”-Brunnen (das steht übrigens für “leerer Sack”), wie er auch genannt wird, ein echtes Highlight. Die heilende Wirkung des Wasser ist seit Jahrhunderten bekannt. So ließen bereits die Grafen Christallnigg, sie residierten im 16. Jahrhundert in einem vornehmen Palais in der Klagenfurter Herrengassse nach dem Wasser schicken, wenn sie sich gesundheitlich nicht wohl fühlten. Ein Jäger musste sich dann auf den Weg zum Brunnen machen und das Wasser nach Klagenfurt bringen. Kein leichtes Unterfangen, so ganz ohne Motorisierung…

Die Anfahrt zum Jungbrunnen ist – wie gesagt – nicht ganz einfach, zahlt sich aber in jedem Fall aus und kann auch gut mit einem kleinen Spaziergang (vom Autoabstellplatz bis zum Brunnen ca. 1,5 Stundne hin und zurück) kombiniert werden.
Anfahrt / Zugang: Mit dem PKW von Eberstein im Görtschitzttal aus nach St. Oswald (schöne Kirche) und dann weiter hoch bis man an einem Gasthaus namens “Druckerhütte” vorbeikommt. Von hier aus der Straße weiter folgend, bis nach einer leichten Rechtskurve eine Forstraße nach links (Richtung Weissberger Hütte und Breitofner Hütte) in den Wald abzweigt. Hier das Auto stehen lassen (einige Parkplätze sind vorhanden). Zu Fuß geht es nun entlang der gut ausgebauten Forstraße weiter. Bereits hier gibt es eine rot weiss rote Markierung. Dieser einfach folgend bis zur ersten Gabelung (links halten) bergab zur zweiten Gabelung (rechts halten). Von hier aus dem noch immer rot weiss rot markierten kleinen Weg folgen, der direkt am rechts vom Weg gelegenen Jungbrunnen vorbeiführt. Den Schluck eiskaltes Wasser hat man sich redlich verdient. Den Brunnen zu erreichen ist eigentlich kein Problem, solange man sich an die gut sichbare rot weiss rote Markierung hält.
Die Google-Map hilft nur wenig weiter, soll hier aber dennoch nicht fehlen. Hier gibt’s einige Fotos.
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20.04.07
Posted in Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 20:28
Es war die Zeit nach den napoleonischen Kriegen, da herrschten in Kärnten Gesetzlosigkeit und Anarchie. Es war in dieser Zeit, als ein St. Veiter Krapfenbäcker neben dem Backen süßer Köstlichkeiten noch andere Talente entwickelte. Nämlich seine Mitmenschen durch allerlei krumme Dinge um ihr Hab und Gut zu bringen. Und für dieses zusammengeraffte Diebsgut galt es das bestmöglichste Versteck zu finden das es gab. Weil die Organe der staatlichen Ordnung – oder zumindest was davon übrig war – sein Haus ja nicht nur einmal auf den Kopf stellten. Der Krapfenbäcker aber war schlau und schuf sich ein sicheres Versteck, indem er neben seinem eigenen Keller einfach das Nachbarshaus (!!) unterkellerte.

Dieses Haus war ursprünglich nicht unterkellert und bot damit ein prima Versteck, das vom Keller des krummen Gesellen aus durch eine geheime Luke erreichbar war.
Heute ist im Haus des ehemaligen Krapfenbäckers ein gemütliches Lokal untergebracht. Einen Steinwurf vom wunderschönen Hauptplatz der Bezirksstadt St. Veit an der Glan entfernt, kann man hier der Sommerhitze entfliehen und einen kühlen Spritzer (Weinschorle) zu sich nehmen. Am Abend verwandelt sich das “M2″ dann in eine Bar, in der sich das junge und jung gebliebene St. Veit trifft. Der Keller des Hauses – die Türe dorthin befinet sich mitten im Gastraum – verbirgt jedoch ein Geheimnis vergangener Tage, um das nur noch ganz wenige St. Veiter bescheid wissen…
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10.04.07
Posted in Familientipp, Kärnten entdecken, Orte mit einer Story
at 09:44

Das “steinerne Linsenfeld” in Guttaring (nahe Treibach/Althofen am Krappfeld) könnte ein netter Zwischenstopp auf einem Familienausflug in der Gegend sein. Wenn man auf diesem Feld ein bissl stöbert, findet man tatsächlich viele kleine, runde Steinchen, die man reflexartig zu einem Eintopf verkochen möchte.
Dazu gibts freilich die passende Sage aus dem katholischen Kontext: Ein armer Bauer hatte nur mehr eine Handvoll Linsen, die er säen konnte. Das machte er (dieser Frevler!) prompt an einem Feiertag. Nicht so schlimm, möchte man meinen, der Mann war schlicht hungrig – und in Panik! Doch der Herr vergalt es ihm, aber nicht zu knapp – nicht nur die Linsen, auch der Bauer selbst wurden zu Stein. Tja, so kanns gehen.
Eigentlich handelt es sich bei den Steinchen aber um Nummuliten, das ist so etwas wie zu Stein gewordene Einzeller aus grauer Vorzeit.
Wer nun, vor lauter Linsen-Gerede, doch noch Appetit bekommt: Beim Brunnwirt Kassl am Unteren Markt in Guttaring startet demnächst wieder die Spargelsaison.
Wegbeschreibung ab Klagenfurt bis Guttaring, direkt aufs Linsenfeld.
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30.03.07
Posted in Familientipp, Orte mit einer Story
at 17:51
Darin, dass das Zollfeld ein ganz mystischer Boden ist, werde ich mich hier am Kärntenblog wohl noch des Öfteren wiederholen. Maria Saal liegt ca. fünf Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Klagenfurt und hat neben dem Tonhof noch eine ganze Menge mehr zu bieten. Etwa den Dom, dessen Geschichte dieses Blog wohl spielend alleine füllen könnte. Schon die Süd-Fassade des Doms ist mit zahlreichen Römersteinen versehen. Darunter beispielsweise das bekannte Wagen-Relief.

Es zahlt sich aber auch aus, den Blick im Inneren der Kirche auf den Steinboden zu richten. Wer das tut, dem werden dort nämlich Spuren auffallen. Dass diese, laut Sage, mit dem Leibhaftigen zu tun haben, sei hier nur am Rande erwähnt. Aber der spätgotische Bau hält für den Besucher noch so man anderes Kuriosum bereit. Im vorderen Bereich der Kirche über dem Eingang zur Sakristei fällt ein Bildnis von Herbert Böckl auf, das Jesus am See Genezareth zeigt, wie er Petrus rettet. Dass Petrus’ Gesicht dem von Lenin täuschend ähnlich sieht, ist wohl nicht nur Zufall. Und genau deshalb war das Bild auch bis 1982 verhängt und sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Und wer von der Kirchenbesichtung nun hungrig geworden ist, der quert den Maria-Saaler Hauptplatz und stärkt sich im Restaurant Sever. Freunde der Kärntner Brettljause sind in der Buschenschank Brenner besser aufgehoben (Öffnungszeiten beachten!).
Hier die Wegbeschreibung ab Klagenfurt.
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28.03.07
Posted in Orte mit einer Story
at 19:49
Heute ist der Tonhof in Maria Saal ein ziemlich heruntergekommenes Gemäuer in Privatbesitz. Keiner darf rein, leider. Dabei hätte das Haus viel zu erzählen, wenn es könnte. Oder wenn man es ließe (in Form einer Ausstellung oder so…).

Am Tonhof traf sich in den 50er, 60er Jahren die literarische Avantgarde Österreichs, Sommer für Sommer. Unterstützt vom kunstsinnigen, damaligen Besitzer-Ehepaar Maja und Gerhard Lampersberg war dies das sommerliches Refugium für schillernde Figuren wie Thomas Bernhard, Christine Lavant, HC Artmann. Später gingen auch Peter Turrini, Josef Winkler, Peter Handke oder Gert Jonke am Tonhof ein und aus. Turrini hat das Treiben der Künstlerkolonie Anfang 2006 in seinem Stück “Bei Einbruch der Dunkelheit” zum Thema gemacht.
Auch wenn Maria Saal seine Ära als Literaten-Zuflucht schon hinter sich hat, ein bisschen was vom alten Glanz hat sich gehalten. Zum Beispiel durch Veranstaltungen wie die Trigonale, das Festival der Alten Musik – oder das Bildhauersymposium
Mehr Tonhof auf Flickr.
Und hier noch die Wegbeschreibung ab Klagenfurt
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