16.06.08
Auf den Kärntner Spuren der Kaiser-Mätresse
Vorweg gesagt: Die Geliebte eines mächtigen Mannes zu sein ist an sich ja nix Heroisches. Aber es erweckt Interesse – noch heute leben schließlich ganze Luder-Generationen gut von ihren G’spusis in besseren Kreisen.
Nun, wie wir wissen, war Katharina Schratt zwar nicht die Angetraute, wohl aber “Kaiserin des Herzens” Franz Josephs. Oder so. Und obwohl die Dame Wienerin war, hinterließ sie Spuren in Kärnten.

Da wäre erst mal die “Villa Helene” in Velden am Wörthersee. Die jetzige Besitzerin erzählte uns (für ein Interview im Alpe-Adria-Magazin, übrigens sehr lesenwert auch für Kärnten-Fans!), dass der Jugendstil-Bau vom Kaiser höchstselbst in Auftrag gegeben wurde: Für seine Katharina Schratt, die hier so etwas wie ein “Klein-Schönbrunn” haben sollte. Mit bescheidenen 40.000 Quadratmeter Grund, für Parkanlagen uns sonstige Spaßivitäten. Davon können Wohnsitz-Suchende am beinah vollverbauten Wörthersee heute allerdings nur träumen…

Zum anderen am “Schrattenfeld” am Längsee. Eine Sammlung von fünf kleinen Höfen, die Ende des 19. Jahrhunderts vom Bruder der Schratt gekauft wurde. Noch heute betreiben die Nachkommen hier, am sonnigen Nordufer des Sees, mehrere Gastro- und Hotelbetriebe, die für gutbürgerliche Küche und herrliche Aussicht bekannt sind. Die Schratt selbst dürfte hier wohl auch hie und da aufgetaucht sein, schließlich hatte sie ein Taufkind am Schrattenfeld.