30.03.07

Maria Saal: Geschichte(n) auf Schritt und Tritt

Posted in Familientipp, Orte mit einer Story at 17:51

Darin, dass das Zollfeld ein ganz mystischer Boden ist, werde ich mich hier am Kärntenblog wohl noch des Öfteren wiederholen. Maria Saal liegt ca. fünf Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Klagenfurt und hat neben dem Tonhof noch eine ganze Menge mehr zu bieten. Etwa den Dom, dessen Geschichte dieses Blog wohl spielend alleine füllen könnte. Schon die Süd-Fassade des Doms ist mit zahlreichen Römersteinen versehen. Darunter beispielsweise das bekannte Wagen-Relief.

MariaSaal

Es zahlt sich aber auch aus, den Blick im Inneren der Kirche auf den Steinboden zu richten. Wer das tut, dem werden dort nämlich Spuren auffallen. Dass diese, laut Sage, mit dem Leibhaftigen zu tun haben, sei hier nur am Rande erwähnt. Aber der spätgotische Bau hält für den Besucher noch so man anderes Kuriosum bereit. Im vorderen Bereich der Kirche über dem Eingang zur Sakristei fällt ein Bildnis von Herbert Böckl auf, das Jesus am See Genezareth zeigt, wie er Petrus rettet. Dass Petrus’ Gesicht dem von Lenin täuschend ähnlich sieht, ist wohl nicht nur Zufall. Und genau deshalb war das Bild auch bis 1982 verhängt und sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Und wer von der Kirchenbesichtung nun hungrig geworden ist, der quert den Maria-Saaler Hauptplatz und stärkt sich im Restaurant Sever. Freunde der Kärntner Brettljause sind in der Buschenschank Brenner besser aufgehoben (Öffnungszeiten beachten!).

Hier die Wegbeschreibung ab Klagenfurt.

28.03.07

Lusthaus großer Literaten

Posted in Orte mit einer Story at 19:49

Heute ist der Tonhof in Maria Saal ein ziemlich heruntergekommenes Gemäuer in Privatbesitz. Keiner darf rein, leider. Dabei hätte das Haus viel zu erzählen, wenn es könnte. Oder wenn man es ließe (in Form einer Ausstellung oder so…).

Am Tonhof traf sich in den 50er, 60er Jahren die literarische Avantgarde Österreichs, Sommer für Sommer. Unterstützt vom kunstsinnigen, damaligen Besitzer-Ehepaar Maja und Gerhard Lampersberg war dies das sommerliches Refugium für schillernde Figuren wie Thomas Bernhard, Christine Lavant, HC Artmann. Später gingen auch Peter Turrini, Josef Winkler, Peter Handke oder Gert Jonke am Tonhof ein und aus. Turrini hat das Treiben der Künstlerkolonie Anfang 2006 in seinem Stück “Bei Einbruch der Dunkelheit” zum Thema gemacht.
Auch wenn Maria Saal seine Ära als Literaten-Zuflucht schon hinter sich hat, ein bisschen was vom alten Glanz hat sich gehalten. Zum Beispiel durch Veranstaltungen wie die Trigonale, das Festival der Alten Musik – oder das Bildhauersymposium

Mehr Tonhof auf Flickr.

Und hier noch die Wegbeschreibung ab Klagenfurt

24.03.07

Ostern in Kärnten, authentisch

Posted in Familientipp, Unterkommen at 02:03

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Authentischer geht kaum. So unser Kärntenblogger-Fazit, als wir kürzlich einen Abstecher auf den Zwickenberg wagten. Fünf Kilometer oberhalb von Oberdrauburg, eine gewundene Bergstraße entlang, versteckt sich dieser schmucke, winzige Ort, und tituliert sich selbst nicht ohne Grund als “Sonnenterrasse” – mit akustischem Bonus: Verkehrslärm dringt da keiner rauf, dafür zwitschern die Vögel umso ehrgeiziger ;)

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Die Zwickenberger wissen, was sie ihren Gästen bezüglich Authentizität schuldig sind. Im “Gladerhof” etwa, einem Vorzeige-Urlaubsbauernhof, lässt sich Ostern richtig kärntnerisch verbringen: Laut Pauschalangebot werden gemeinsam mit den Hausgästen Palmbesen gebunden, Osterreindling gebacken, Ostereier gefärbt. Wer will, geht mit zur Palmweihe oder zur Auferstehungsfeier. Und anschließend wird in fröhlicher Runde die Osterjause weggeputzt. Gelegenheiten, die Kalorien wieder abzuwandern gibts ja genug.

Wegbeschreibung: Von Spittal kommend die Bundesstraße Richtung Lienz. Unmittelbar nach der Ortstafel Oberdrauburg gehts rechts hinauf auf den Zwickenberg. Einfach die Wegweiser beachten.

16.03.07

Campen mit Sonnengarantie

Posted in Kärnten entdecken, Unterkommen at 04:37

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Der mehrfach ausgezeichnete und nie um frische Ideen verlegene Betreiber des Camping Burgstaller in Döbriach am Millstättersee hat sich für die besonders Sonnenhungrigen unter seinen Camping-Gästen eine “Weltneuheit” einfallen lassen: Einen Stellplatz für Wohnmobile und -wägen, der sich mit der Sonne dreht – so kann man Kärntens Sonnenstrahlen (wir hoffen, Sie sind den ganzen Sommer über so üppig wie in dieser Woche) von frühmorgens bis spätabends genießen. Die Drehgeschwindigkeit ist angeblich “beinahe unmerklich und lautlos”, während der Nacht dreht sich das Ding wieder zurück in die Ausgangsposition. Das ursprüngliche Ziel, den “Platz an der Sonne” wochenweise auf Ebay zu versteigern, wurde offenbar (einstweilen?) auf Eis gelegt. Zu mieten ist der Sonnenplatz jedenfalls ab Ostern.

Wegbeschreibung
: Von Spittal/Drau bzw. Millstatt kommend die Bundesstraße den See entlang bis zur Ortskennzeichnung Döbriach. Erste Abbiegung rechts und schon ist der Campingplatz nicht mehr zu übersehen.

14.03.07

Wer im Glashaus sitzt …

Posted in Abchillen, Kärnten entdecken, Sichs gut gehen lassen at 03:21

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… hat nicht die schlechteste Wahl getroffen. Das “Glashaus” ist eine neue vollverglaste Location in Spittal/Drau (direkt am Hauptplatz), die ziemlich jung und frisch daherkommt. Im Erdgeschoß gibts am Wochenende Konzerte und Theater/Kabarett-Abende, oben ist das stylische Welt-Cafe untergebracht, das gleich auf mehrere Arten überzeugt: Durch eine Kooperation mit dem Weltladen werden fast ausschließlich Fair-Trade-Produkte serviert, dem Interieur verleihen die Kärntenblogger das Prädikat “sehenswert”: Alte Kino-Bestuhlung in grau oder pink, kleine Bistro-Garnituren mit reichlich Patina, eine schöne, schwere Holztheke, dazwischen viel Grünes. Das Beste im Sommer: Die riesige Dachterrasse. Ein Rundblick ist das, ich sags euch…!

By the way: Wer beim Lokalbesuch vorwiegend Augentier ist, sollte auch mal in der Lounge de Paris im Stadtparkcenter Spittal vorbeischauen. “Retro” auf höchster Stufe!

Wegbeschreibung: Von der Parkmöglichkeit in der Edlinger Straße über die Lieserbrücke hinauf zum “Glashaus” am Hauptplatz von Spittal an der Drau.

13.03.07

Den Römern auf der Spur

Posted in Kärnten entdecken at 06:23

Kärntenblog
Der zwischen den Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt und der Bezirksstadt St. Veit gelegene Landstrich hört auf den Namen Zollfeld. Und dieses Gebiet ist ein ganz besonderes, ja fast mystisches Fleckchen Erde. Das wird jeder verspüren, wenn er Orte wie Maria Saal oder Karnburg aufsucht oder vom Schloss Tanzenberg aus den Blick über das Zollfeld schweifen lässt.

Überhaupt empfiehlt es sich, auf der Fahrt nach St. Veit nicht die Schnellstraße sondern die parallel dazu verlaufende Bundesstraße zu nehmen. Warum? Weil sich die Straße mitten durch alte römische Siedlungen und Grabstätten bzw. direkt daran vorbei schlängelt. Und wenn im Frühjahr oder im Herbst die Felder umgeackert werden, dann findet man mit freiem Auge so manche Tonscherbe. Auch die Steine, die von den Bauern mühevoll aus dem Feld geräumt und am Waldrand zu Häufen aufgetürmt werden, bergen nicht selten Geheimnisse vergangener Zeiten. So mancher “Stein” entpuppte sich hier bereits als Teil einer Statue oder als behauenes Stück Marmor mit jahrtausendealter Geschichte.

Scherben

Doch aufgepasst! Die Zollfelder Bauern verstehen keinen Spass, wenn ihnen Hobby-Archäologen durch die frisch gesähten Felder trampeln. In den noch nicht bestellten Feldern mal hier oder dort einen Stein umzudrehen oder einen Blick auf den Boden zu werfen, wird aber mit Sicherheit niemanden stören. Römische Spuren finden sich natürlich auch am Magdalensberg oder – noch bequemer – im Kärntner Landesmuseum. Aber warum nicht im Zollfeld selbst auf römischen Spuren wandeln?

Wegbeschreibung: Von Maria Saal (unbedingt den Dom ansehen!) über das entzückende Arndorf ins Zollfeld bzw. zum Gasthof Fleissner von wo aus man zum Prunnerkreuz gelangt.

10.03.07

Abtauchen im Theatercafe

Posted in Abchillen, Sichs gut gehen lassen at 23:21

Es soll ja vorkommen, dass es während Familienurlauben auch schon mal Zoff gibt. Was liegt da näher, als die „heile“ Urlaubsidylle hinter sich zu lassen und für ein paar Stunden abzutauchen? In Klagenfurt gibt es neben dem Stadttheater ein kleines unscheinbares Cafe, das sich für derlei Zwecke bestens eignet.

Dass im Theatercafe die Zeit stillzustehen scheint, sei hier nur am Rande erwähnt. Seine Einrichtung stammt aus den 1960er Jahren, die gemeinsam mit der Musikuntermahlung (vornehmlich Klassik, manchmal Jazz) und den Bildern an der Wand für eine einzigartige Stimmung sorgt. Seele baumeln lassen, Buch mitbringen, ungestört sein. Ach ja, Frau Veronika, die Besitzerin, kocht natürlich persönlich. Ihre Osttiroler Schlitzkrapfen mit grünem Salat sind haubenverdächtig. Sonntags gibt es im Rahmen der Reihe “Theatercafe direkt” Lesungen und Konzerte.

Wegbeschreibung (vom Lindwurm am Neuen Platz in Klagenfurt zum Theatercafe)

Besonderer Ort, besondere Menschen

Posted in Augen weiden, Sichs gut gehen lassen at 23:20

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Besondere Orte bringen oft besondere Menschen hervor. Ein Beispiel: Der Danielsberg, ein Zwerg-Berg und Kraft-Ort mitten im Mölltal, gibt an seinem Gipfel einem Kirchlein (mit atemberaubenden Ausblick, siehe Foto) und einem Gasthof Platz, der seit vielen Jahrzehnten von der Familie Viehhauser betrieben wird. Der bekannteste Spross ist wohl Josef Viehhauser – er erreichte mit dem “Le Canard” in Hamburg den Höhepunkt seiner Karriere als Starkoch, bevor er wirtschaftlich Schiffbruch erlitt. Sein Bruder, Anton “Toni” Viehhauser, ist ebenfalls in Hamburg und Chef des prominent gelegenen Hafenclubs – wir Kärntenblogger hatten mal die Ehre und das Vergnügen, ihn kennen zu lernen.
Der dritte Bruder nun, Hannes Viehhauser, blieb am Danielsberg und betreibt dieses Kleinod namens “Herkuleshof” (Name hat was mit römischen Ausgrabungen zu tun, einfach auf der HP nachlesen), inmitten eines verwunschenen Waldes, mit Schwimmteich, Klettergarten und lauschigen Lagerfeuerplatzerln. Gute Kärntner Küche ist selbstverständlich – geöffnet wieder ab 24. März.

09.03.07

A very warm welcome in Carinthia!

Posted in Kärnten entdecken at 01:48

Hat das die Welt gebraucht? Ein Kärntenblog?
Nun, die ganze Welt wahrscheinlich nicht, aber vielleicht der eine oder andere Kärntenurlauber. Falls er ähnlich tickt wie wir Kärntenblogger. Wir sind gern auf Achse, kommen aber garantiert unzufrieden heim, wenn wir unsere Reisedestination “nur” touristisch erlebt haben. Das Lebensgefühl eines Ortes einzufangen ist schwer, wenn man ausschließlich nach Reiseprospekt, Destinations-Website und Stadtplan vorgeht. Es sind die kleinen, feinen, seltenen Dinge, die einen Urlaub erinnernswert machen. Die verborgenen Schätze einer Region, um die man gerne jemanden frägt, der sich in der Gegend auskennt.
Wer also in Kärnten niemanden kennt: Bitte regelmäßig reinschaun. Wir werden uns bemühen, hochwertige Infos zu liefern.
Wer Kärnten schon gut kennt: Auch wir Kärntenblogger sind keine allwissenden Müllhalden. Und für gute Anregungen anstandslos zu begeistern!

Eure Kärntenblogger Hanna & Ed

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